Chronik des Schachclubs Rülzheim
( Urfassung Mai 1989 von Kaufhold Gustav,
aktualisiert Mai 1999 von Milz Rainer, weitergeführt von Andreas Müller )
Obwohl Schach in Rülzheim in vornehmen Kreisen schon zu einer Zeit beliebt war, als bei Herren noch Frack und Zylinder
zur unabdingbaren Ausstattung gehörten, fand dieses tiefgründige Spiel erst in den Nachkriegsjahren - sozusagen
als Nachklang der russischen Kriegsgefangenschaft - auch Zugang in weitere Bevölkerungskreise.
Wie in anderen Orten unseres Heimatraumes ( 1947 in Herxheim, 1948 in Hagenbach, dann in Wörth, Bellheim und Sondernheim )
wurde auch in Rülzheim ein Schachclub gegründet, um Schach organisiert betreiben und die Kräfte mit anderen
Vereinen messen zu können.
Am 16. März 1949 konnte im Hotel " Viktoria " die Gründungsversammlung abgehalten werden, nachdem die
damalige französische Militärregierung ihre Genehmigung hierzu gegeben hatte.
Zwölf Interessenten waren erschienen, um sich an der Wahl des Vorstandes zu beteiligen. Aus der Wahl ging als 1.
Vorsitzender der Initiator für einen Schachclub in Rülzheim, Herr Philipp Reiß, hervor. Zum 2. Vorsitzenden
wurde der Inspektor Karl Weber und zum Turnierleiter der damalige Aufseher Karl Johann gewählt. Als Vereinslokal bot sich
das Hotel " Viktoria " an, in dem Mittwochabends gespielt wurde. Um den Vereinsmitgliedern die Möglichkeit
zu bieten, ihre Kenntnis zu erweitern, wurde bald bescheidene Schachliteratur angeschafft, die auch heute noch von Nutzen ist.
Schon kurz darauf, am 18.5.1949, wurde auch von der damaligen französischen Besatzungsmacht die
Gründungsurkunde ausgestellt.
Natürlich kam der Verein auch in jener Zeit nicht ohne Geld aus. Deshalb erhob man einen Jahresbeitrag von DM 2.-.
Und zu den Schachwettkämpfen zwischen den oben genannten Orten, zu denen noch WAufestheim, Bergzabern und Gleisweiler
hinzukamen, steuerte man mit dem umweltfreundlichen Drahtesel.
Zu den ersten Turnierbegegnungen bot Rülzheim folgende Spieler auf: Weber Karl, Wolff Herbert, Lutz Karl, Rupprecht Richard,
Collet Jakob, Dudenhöfer Alfons, Reiß Philipp, Seither Joseph, Baumann Herbert, Johann Robert und im Verlauf der
nächsten zwei Jahre noch Wagner Otto und Huck Karl.
Bereits 1951 wechselte man das Spiellokal. Vom " Hotel " gings in den " Löwen " (in Rülzheim
auch als Lauer bekannt ). Fast gleichzeitig mit dem Lokalwechsel tritt der Schachclub dem Sportverein 1920 Rülzheim bei
( 15.8.1951 ). Doch diese " Ehe " hält nicht lange, denn schon am 1.1.1954 folgt die " Scheidung ",
weil die Mehrheit der Schachspieler wieder einen eigenen Club haben wollte. Neuer Vorsitzender wird Bruno Romahn, in dessen
Amtszeit die Gründungsversammlung der
Kulturgemeinde Rülzheim
( 22.10.1955 ) fiel, an der auch der Schachclub teilnahm.
1957 gab Herr Romahn den Vorsitz des Vereins wieder ab, so daß Herr Philipp Reiß in diesem Amt erneut tätig
wurde. Von den vielen Freundschaftsbegegnungen der damaligen Zeit muß besonders der enge Kontakt mit der Siemensmannschaft
Speyer sowie mit dem Schachclub Speyer hervorgehoben werden. Mehrmals weilten die Speyerer - mit ihren Spitzenspielern Beisel
und DR. Tochtermann - in Rülzheim, wo die stärksten Spieler der Südpfalz gegen Speyer antraten.
An den Spitzenbrettern tat sich damals besonders Herbert Wolff hervor, der auch Pfalzmeisteranwärteren mächtig zusetzte.
Vergleichskampf zwischen Rülzheim und Siemens Speyer, die in dieser Form des
öfteren abgehalten wurden.
Am 3. März 1961 wurde der rührige Karl Huck, der schon seit Sommer 1960 die Arbeit des 1. Vorsitzenden kommisarisch
übernommen hatte, zum 1. Vorsitzenden gewählt. Recht bald nach seiner Amtsübernahme quartierte sich der Verein
zum Schachspielen im " Ochsen " ein.
In dieser Zeit stieß ein Student der Dolmetscherhochschule zum Schachclub Rülzheim - und in seinem Sog noch zwei
weitere Spieler aus Germersheim, wodurch die Spielstärke des SC Rülzheim deutlich angehoben wurde. Bald holte
Rülzheim den Wanderpokal der Gartenstadt Landau, der zuvor schon von vielen anderen Clubs der Südpfalz gewonnen
worden war, endgültig " nach Hause " ( mit Niehus, Wolff, Lutz, Gernandt, Hoffmann, Wagner und Lauer ).
Andere große Erfolge erzielten die Rülzheimer in Ludwigshafen, insbesondere im Parkfestturnier, in dessen Annalen
Eduard Niehus ( Rülzheim ) als Blitzturniersieger verewigt ist. Dieser Spieler beteiligte sich auch mehrmals mit groß
em Erfolg am Pfalzkongreß und letzendlich trug er dazu bei, daß der Aufstieg in die Landesklasse, in der sich der SC
Rülzheim vier Jahre lang halten konnte, erfolgte.
Bei der pfälzischen Mannschaftsblitzmeisterschaft in Hagenbach schnitt der SC Rülzheim ebenfalls sehr gut ab. Unter 27
Mannschaften bei einem sehr starken Teilnehmerfeld erreichte Rülzheim vor Kaiserslautern den 4. Platz.
Mitte August 1963 mußte sich der Schachclub erneut nach einem anderen Spiellokal umsehen. Im September 1963 schließ
lich
war es soweit, daß der Club in sein neues Domizil, das " Waldschlössel " von Josef Braun, umziehen konnte.
Dank des geräumigen Nebenzimmers konnte sich zunächst ein reges Schachleben entfalten. Häufig nahmen Spieler des
Vereins an bekannten Turnieren der Südpfalz teil, so z.B. beim bekannten Hagenbacher Blitzturnier, beim Turnier "
Goldenen Hut " von Schifferstadt, in Deidesheim, Neustadt u.a.
Die Vereinsmeisterschaft in den ersten Jahren erkämpften sich abwechselnd die Spieler Wolff H., Johann K., Gernandt L. und
Lutz K., von denen jeder mehrmals
Vereinsmeister wurde.
Bald machte sich die berufsmäßig bedingte Abwesenheit von E. Niehus bemerkbar. Auch Johann K., der inzwischen nach
Ludwigshafen verzogen war, mußte einige Umstände in Kauf nehmen, um der Rülzheimer Mannschaft und dem Verein
noch zur Verfügung zu stehen.
Nachdem die Mannschaft sich aus der Landesklasse verabschiedet hatte, mußte sie im Spieljahr 1964/65 wieder in der
Bezirksklasse spielen. Durch den Wegzug zweier weiterer Spieler und das Fernbleiben einiger Stammspieler war eine allgemeine
Schachmüdigkeit eingetreten. Der Spielabendbesuch ließ stark nach, insbesondere wirkte sich die gesundheitsbedingte
Abwesenheit des verdienten Rülzheimer Schachidols Wolff H. langsam, aber sicher aus. Von den Stammspielern erschienen nur
noch Lutz, Huck, Gernandt und Kaufhold regelmäßig.
In der Generalversammlung vom 2. Juli 1971 gab Huck Karl den Vorsitz ab. Er bat Kaufhold Gustav die Vereinsgeschicke in die Hand
zu nehmen. Da sich bezüglich des Spielabendbesuchs zunächst nichts tat, konnte dem Schachclub verständlicherweise
das separate Nebenzimmer im " Waldschlössel " nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Den wenigen
Schachspielern blieb somit nur eine Ecke des Wirtschaftsraumes.
Der neue Vorsitzende sah nur darin eine Möglichkeit, dem Spielbetrieb neue Impulse zu geben, wenn von vorneherein ein
Nebenzimmer hierfür zur Verfügung stünde.
Nach zwei Jahren Wartezeit wurde der Umzug in das Nebenzimmer der Wirtschaft " Zum Pflug " vollzogen
( nach den Sommerferien 1973 ) .
In der Zwischenzeit waren einige junge, noch unerfahrene Interessenten am Schach zu unserem Club hinzugekommen, zunächst
Amberger W., Ehses M., später Wilk Jörg und endlich Rainer Zwick mit Bruder Franz. Die jungen Leute wurden zunächst
notgedrungen auch in der Mannschaft eingesetzt. Erstaunlicherweise erreichte Rülzheim 1974/75 den Bezirksmeistertitel, wurde
aber bei den Aufstiegsspielen wieder auf den rauhen Boden der Wirklichkeit zurückgerufen.
Als im Dezember 1975 der zuverlässige und gute Spieler Karl Lutz verstarb, war dies auch für den Schachclub ein
herber Verlust. Hinzu kam noch der Rückzug des mehrmaligen Vereinsmeister Gernandt L. vom Schach. Es blieb von den ehemaligen
Stammspielern nur noch Karl Huck. So mußte der Verein mit jungen, begabten, aber in ihrer Persönlickeit noch nicht ganz
ausgereiften Spielern die Turniere bestreiten. Der Neuzugang einiger junger Leute wie Michael Döll und Peter Müller
stabilisierte die Mannschaft ein wenig. Rainer Zwick wurde 1975 Pfalzpokalsieger. Bereits 1979 war der SC Rülzheim wieder
Bezirksmeister. Die Aufstiegsspiele zur Landesklasse bewältigte die Mannschaft - besonders auch durch die inzwischen sehr
stark gewordenen Spieler Zwick R., Wilk J. und Ehses M. - trotz dünner Spielerdecke. Leider konnte die Klasse nicht gehalten
werden; denn am Ende des ersten Spieljahres war der rettende Punktestand knapp und auch etwas unglücklich verfehlt worden.
In der Zeit von 1980/81 waren die neuen Räumlichkeiten des SC Rülzheim im alten Pfarrhaus bezugsfertig geworden.
Eine neue Schachherberge wurde bezogen.
Nachdem die Rülzheimer Mannschaft abgestiegen war, setzten sich einige Spitzenspieler innerlich ab. Als Rülzheim den
Wiederaufstieg knapp hinter Bellheim verfehlte, zog es eine ganze Reihe von Spielern in den Nachbarverein Bellheim, der noch fast
komplett seine alte, gestandene " Spielergarnitur " besaß und nun anstelle von Rülzheim in der Landesklasse war.
Der Verlust war so groß, daß der Schachclub in diesem Jahr keine Mannnschaft stellen konnte.
Als im darauffolgenden Jahr wieder einige Rülzheimer in den eigenen Club ( also back to the Roots ) zurückkehrten,
konnte zwar eine Mannschaft gestellt werden, sie mußte aber in der untersten Klasse, der Kreisklasse B anfangen. Dank der
Landesklassenerfahrung einiger Spieler stieg die Mannschaft ständigauf, und stand alsbald mit stabiler Moral und menschlich
gereift an der Spitze der Bezirksliga, bereit zum erneuten Aufstieg in die Landesklasse - diesmal offensichtlich fü
r länger.
Der Zugang neuer Interessenten bewog den Schachclub, eine zweite Mannschaft zu stellen. So wurde den jungen Leuten die
Möglichkeit geboten, ihre geistigen Kräfte im Kampf mit anderen Mannschaften zu messen. Gleichzeitig wurden die
Neuzugänge durch Schulung innerhalb des Schachclubs in ihren Fähigkeiten vorangebracht. So könnten sie in
wenigen Jahren in der ersten Mannschaft einen Stammplatz ergattern und vielleicht in der Landesklasse spielen, deren Tore
für Rülzheim in jener Zeit weit offen standen.
Die unter Mithilfe von bewährten Clubmitgliedern neu hergerichteten Schachräume gaben nun ein würdiges Zeugnis
aus unserer Gemeinde an Schachfreunde aus der gesamten Vorderpfalz. Nachdem im Jahre 1989 der bisherige und langjährige
1. Vorsitzende Kaufhold Gustav sein Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung stellte, wurde Milz Rainer zum
1. Vorsitzenden gewählt.
Auf Grund der guten Arbeit von Kaufhold Gustav in seinen 18 Jahren als 1. Vorsitzender, konnte Milz Rainer einen gefestigten,
finanziell gesicherten, und mit zahlreichen aktiven Schachspielern aller Spielstärken besetzten Verein weiterführen.
Im gleichen Jahr feierte der Verein sein 40 - jähriges Jubiläum am 24. und 25. Juni im Festwiesenhaus
in Rülzheim.
In einem gelungenen Fest, bei dem sich die Mitglieder, deren Ehefrauen, Freunde und Bekannte in einzigartiger Weise
engagierten, konnte sich der Rülzheimer Schachclub professionell in Szene setzen. Unter großer Beteiligung der
Bevölkerung, sowie vieler Schachspieler und Schachfreunde aus Nah und Fern wurde das Jubiläum zu einer
Werbung für den Schachclub Rülzheim und den Schachsport. Das Festbuch zum Jubiläum wurde hauptsächlich
unter Mitwirkung von Werling Alois, Zwick Rainer, Kaufhold Gustav und Milz Rainer zusammengestellt und gab ein würdiges
Zeugnis von 40 Jahren Geschichte des Rülzheimer Schachclubs ab. Ein Exemplar hiervon wurde in der Bibliothek in Speyer
hinterlegt.
Doppelte Freude zum feiern hatte der Verein da es der 1. Mannschaft im Jahre 1989

erstmals seit langer
Zeit wieder gelang in die Landesklasse aufzusteigen. Die 1. Mannschaft war wie folgt besetzt: Zwick Rainer, Amberger Walter,
Kuntz Werner, Werling Alois, Müller Udo, Seelinger Uwe, Kuntz - Hans - Jürgen und Milz Rainer. Dieses Ziel hatte man
lange vor Augen und endlich war es dann soweit. Dass dieser Erfolg im Jubiläumsjahr gelang, machte den Verein besonders
stolz.
Als " Vater " dieses Erfolges ist vor allem
Zwick Rainer zu
bezeichnen. Als von jedem anerkannten besten Spieler im Rülzheimer Schachclub hat er seine Mannschaftskameraden der
1. Mannschaft ganz entscheidend motiviert und zum Erfolg geführt. Im ersten Spieljahr in der Landesklasse 1990 konnte
die 1. Mannschaft sensationell den 2. Platz in der Tabelle erkämpfen und verpaßte damit den nochmaligen Aufstieg
in die 1. Pfalzliga denkbar knapp. In dieser Saison schied Seelinger Uwe als aktiver Spieler aus. Durch einen glücklichen
Zufall stieß der starke und erfahrene Schachspieler Erwin Paulat zum Verein. Obwohl bereits 75 jährig
verstärkte Herr Paulat entscheidend die 1. Mannschaft. Leider verstarb Herr Paulat während der Verfassung
dieses Berichtes im Jahre 1999. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank an Herrn Paulat. Denjenigen die ihn
kannten wird er immer in guter Erinnerung bleiben. Unvergessen bleiben die Schachfeste in seinem Haus in Hatzenbühl
die von ihm und seiner Frau organisiert wurden. Keiner der dabei war, möchte diese schönen Stunden missen.
Am Ende der Saison war man sich einig, daß der Aufstieg in die 1. Pfalzliga, der höchsten pfälzischen
Spielklasse das nächste Ziel sein würde. Einen herben Dämpfer und Rückschlag erlebte die Mannschaft
im nächsten Jahr. Trotz gutem Kampfeswillen konnte die Leistung des Vorjahres nicht kompensiert werden, und die
1. Mannschaft mußte den Abstieg in Kauf nehmen. Erstens wurde schlecht gespielt und zweitens lief eben einiges gegen uns.
Wie gut die Moral der Mannschaft jedoch war, erlebten die Gegner im darauffolgenden Jahr. Mit Bravour und unangefochten wurde
der direkte Wiederaufstieg in die Landesklassse ( 2. Pfalzliga ) ohne Punktverlust geschafft.
Nun erweiterte sich die Spielerdecke noch um Meier Reiner und aus der eigenen Jugend Müller Martin.
Müller Martin hat einen ganz erstaunlichen schachlichen Werdegang hingelegt. Mit Fug und Recht kann er heute zu den
Säulen und Punktegaranten der 1. Mannschaft angesehen werden, obwohl dies nicht unbedingt zu erwarten war. Er sollte
im Jahre 1995 eine regelrechte " Leistungsexplosion " erleben.
Jetzt wollte man natürlich den " Traum " von Aufstieg in die 1. Pfalzliga wahrmachen. Im Prinzip waren immer
noch dieselben Spieler vorhanden. Dank an jeden einzelnen, daß sie solange dem Verein die Treue hielten. Leider gelang
dies nicht auf Anhieb. Das Ziel wurde knapp verpaßt. Aber die lange Jahre eingespielte Mannschaft konnte dieses Ziel
im Jahre 1998 endlich erreichen. Zum ersten mal in der Vereinsgeschichte spielte nun der Rülzheimer Schachclub in der
höchsten pfälzischen Spielklasse. Ein von vielen nicht für mögliche gehaltener Erfolg wurde Wirklichkeit.
Nicht zuletzt verdankt der Verein dies auch Ehses Martin, der nach langer Zeit in Bellheim wieder als aktiver Spieler nach
Rülzheim zurückkehrte und seitdem eine wesentliche Verstärkung für den Schachclub ist.
Zur allgemeinen Leistungsverbesserung der Spieler trägt seit langer Zeit ein gutes Stück Wilk Jörg bei.
Als Spitzenspieler in der Rheinlandpfalzliga für den Nachbarverein Bellheim, bringt er gerne seine große
Erfahrungen ein. Am Traingsabend und bei Vereinsturnieren hat er immer ein offenes Ohr für seine Vereinsfreunde zur
Analyse der Spiele.
Parallel zur 1. Mannschaft spielt seit 1985 ununterbrochen bis heute die 2. Mannschaft des Vereins. Als Unterbau für
die 1. Mannschaft aber auch als "Bewährungsprobe" für die 1. Mannschaft wird hier hart um Punkte,
Auf - und Abstieg gekämpft. Die Resultate können sich sehen lassen. Eine Mischung aus "Alten Hasen" und
jungen "Talenten" sollten auch in der Zukunft der Garant für weitere Erfolge sein.
Es hatte sich seit Anfang der 90er Jahre eine einmalige Atmosphäre entwickelt, die sich in den unzähligen Festen
die von allerhand Leuten organisiert wurde wiedergespiegelte. Viele dieser Feste sind jedem Rülzheimer Schachspieler
in guter Erinnerung und sollen hier einige davon aufgezählt werden.
1. Saukopfturnier
Eingeführt als Zufalls und Juxturnier bei einem Schlachtfest bei den Schwiegerneltern des ehemaligen 1.Vorsitzenden
Milz Rainer im Nachbarort Herxheimweyer erfreut sich dieses Turnier bis heute großer Beliebtheit. Traditionell findet
es in der kalten Jahreszeit statt.
Als Austragungsort wurde Jahrelang immer wieder das Rülzheimer Schützenhaus gewählt, weil hier die
Rahmenbedingungen am besten waren. In einem 5 Minuten Blitzturnier wird jedes Jahr der "Große Saukopf"
als Sieger ermittelt. Im Anschluß daran trifft man sich mit den Frauen und Freunden zum Kesselfleischessen mit
Unterhaltungsprogramm. Dabei wird noch der "Kleine Saukopfpokal" an einen geeigneten Schachspieler nach freier
Wahl vergeben. Seit dem wir den Bürgerkeller als unser Spiellokal ausgesucht haben und nun schon 5 Jahre dort weilen
und die Möglichkeiten des Bürgerkellers voll nutzen können, lassen wir uns abends zur Siegerehrung von einer
Ortsansässigen Metzgerei die Zutaten für das Traditionelle Kesselfleischessen (Saukopf) anliefern.
2. Sommer - Grillfeste
Zum Grillen trifft man sich jedes Jahr in der Sommerzeit bei einem Schachfreund um einen abwechslungsreichen Grilltag,
der sich bis in die späten Abendstunden erstreckt, zu erleben. Daß hier das Schachspielen auch nicht zu kurz
kommt versteht sich von selbst. Bei Lichtproblemen im Freien müssen schon mal Kerzen herhalten um das Schachbrett
besser zu beleuchten. Diese unvergesslichen Grillfeste wurden bei Milz Rainer oder Werling Alois gefeiert.
3. Vereinsausflüge
Ebenso haben sich die legendären Vereinsausflüge fest in den Köpfen der Schachspieler verwurzelt.
Nachfolgend eine kleine Auswahl. Begonnen hat es mit 2 Ausflügen nach Österreich ins Brandner Tal zur
Schattenlaganthütte. Hervorragend organisiert vom Alpenspezialisten Kaufhold Gustav verbrachten viele Mitglieder
jeweils 2 wunderschöne und abwechslungsreiche Tage in den Bergen in uriger Umgebung. Weiterhin wurde eine Busreise
zur Maginot-Linie im Elsaß unternommen. Unter fachkundiger Führung eines Elsässer Heimatforschers erfuhren
wir viel wissenswertes über die deutsch-französische Vergangenheit im Gebiet von Fröschwiller-Wörth.
Auch hier war Gustav Kaufhold als Organisator in vorbildlicherweise tätig. Der Ausflug endete mit einem Flammkuchenessen
im Elsässischen Wörth.
In sehr guter Erinnerung sind auch die Ausflüge, die vom Schachfreund Kuntz-Hans-Jürgen vorbereitet wurden.
Der eine Ausflug führte uns nach Dambach la Ville zur Weinprobe bei einem privaten Winzer und einem Weinlehrpfad mit
kundiger Führung. Anschließend wurde noch das Eco-Musee besucht. Ein weiterer Ausflug führte uns nach
Mannheim mit Besuch des Luisenparkes und des Planetariums. Weiter Ausflüge wurden unternommen nach Lindenberg mit
Weinprobe, nach Bitche mit Besichtigung der Festungsanlage, und in den Silzer Wild-und Wanderpark.
In letzter Zeit wurden die Ausflüge von Marianne und Jörg Wilk bravourös organisiert. Zu erwähnen
sind die spontanen und ganz kurzfristig organisierten Feste wie das "Brunnenfest" bei Milz Rainer oder das
"Spanferkelfest" bei Walter Amberger
oder private Hoffeste. Oder das von Koch Bernd und seiner Frau Gerda inizierte Skatturnier waren Aktivitäten an die man
sich immer wieder gerne erinnert
Die schachlichen Aktivitäten erreichten mit dem Aufstieg gleichfalls eine Ausweitung. Die Teilnahme von den
Rülzheimern Schachspielern an Turnieren und schachlichen Veranstaltungen sind nicht aufzuzählen. Hier eine kleine
Auswahl die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:
Regelmäßige Teilnahme an Turnieren auf Bezirksebene.
Teilnahme an den "Pfälzischen Schachkongressen".
Teilnahme an Turnieren in Haßloch, Hagenbach usw.
Besonders zu erwähnen sind dabei Kuntz Hans Jürgen, Amberger Walter, Müller Udo, Collet Martin, Müller Martin,
Meier Reiner.
Nachdem man beim 40-jährigen Jubiläum Erfahrung sammeln konnte entschloß sich der Verein am Heimatfest 1991
teilzunehmen.
Im Hofe von Werling Martin in der Mittleren Ortsstraße wurde unter beispiellosem Einsatz des Hausherrn, der Mitglieder,
Freunde und Gönnern des Vereines ein wunderschöner Hof "Zur Wingertschenke" geschaffen. Unter sehr
großem Arbeitseinsatz wurde wochenlang gereinigt, renoviert, repariert und neue Teile installiert. Aus dem alten
Kuhstall wurde der Ausschank, aus der "Mistkaute"wurde ein Teich, aus der alten Scheune wurde ein Tanzplatz
und der Hof wurde in einen Reben-Weinberg verwandelt.
Das Heimatfest wurde wie das 40-jährige Jubiläum zu einem Erfolg der sich der sich sehen lasen konnte. Gerne
hätte man weitere Heimatfeste in diesem Hof veranstaltet. Leider war dieses dort das einzige seiner Art. Umstände
und Einwirkungen von außen haben dies leider verhindert.
Das mitwirken des Rülzheimer Schachclubs bei den Weihnachtsmärkten wurde überwiegend von unseren
"Schachclubfrauen" wie Koch Gerda, Marianne Wilk, Kaufhold Elfriede, Werling Kerstin und Magda Milz usw.
organisiert und betreut. Überhaupt ist an dieser Stelle unseren "Schachclubfrauen" ganz herzlich für
die ständige Unterstützung zu danken. Ohne unsere Frauen wäre vieles nicht möglich gewesen.
Nachdem die Schachräume im alten Pfarrhaus vom Verein selbst renoviert wurden, hatte man dort vorbildliche
Räumlichkeiten. Durch die Feste konnte sich der Verein ein gutes finanzielles Polster zulegen, daß man dann
teilweise auch in den Räumlichkeiten investierte. Man verfügte über 3 zusammenhängende Räume.
Ein Raum als Aufenthaltsraum mit komplett neuer Einbauküche. Ein Zwischenraum als Analyse und Reserveraum.
Ein großes Zimmer als Turnierraum für die Mannschaften. Ales in allem hat der Schachclub hier ca. 8000.- DM i
nvestiert und optimale Bedingungen für die Aktiven und zahlreichen Jugendlichen geschaffen. Bald wurden diese guten
Bedingungen weit über Rülzheim hinaus bekannt. Dies veranlaßte auch den Pfälzischen Schachbund
zwischenzeitlich einen Trainingsstützpunkt einzurichten. Leider gingen diese Räumlichkeiten verloren. Die Gemeinde
Rülzheim benäötigte die Räumlichkeiten füür neue Abteilungen. Eigene Ersatzräumlichkeiten
waren nicht vorhanden. Aus dieser Zwangslage heraus wurde der Verein in der "Ranch" in Rülzheim beim
"Musiktheater" untergebracht. Leider bringen solche Teilungen von Räumlichkeiten mit anderen Vereinen
Probleme mit sich, zumal Schachspieler nicht immer die ordentlichsten beim aufräumen sind. Aus der Not heraus und
weil in der Ranch im Dachgeschoßzimmer wenig Platz war -- immerhin sind bei einem Schachkampf 16 Aktive und auch
Gäste dabei -- fragte der Verein bzw. Kaufhold Georg in der Bahnhofsgaststätte in Rülzheim an. Der damalige
Pächter Dieter Stadler uns herzlich aufgenommen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Dieter Stadler und seine Frau.
Es ist nicht einfach für einen Schachclub in einem Lokal unterzukommen, zumal Sonntags die
Mannschaftskämpfe bereits um 9:00 Uhr beginnen. Nach 2 Jahren wechselte der Pächter und ein weiterspielen war
dann nicht mehr möglich. Nachdem uns auch zu dieser Zeit die Gemeinde keine eigenen Räumlichkeiten anbieten
konnte und wir nicht wieder in die Ranch wollten, hat der Verein versucht selbst Räumlichkeiten zu finden. Das Angebot
der Gemeinde den Bürgerkeller zu nutzen wurde von den Mitgliedern nicht akzeptiert. Kurze Zeit spielte man im
Bayerischen Hof, sowie im Pfälzer Hof. Eine Lösung war das allerdings nicht. Als letzte Möglickeit sah
der 1.Vorsitzende in dem Faserit-Seminarraum der Firma Milz unterzukommen. An dieser Notlösung sollte sich dann
bis 1998 nichts ändern.
Nachdem im Jahre 1998 Rainer Milz aus beruflichen Gründen den Vorsitz zur Verfügung stellte, wurde Andreas
Mülle zum 1.Vorsitzenden gewählt. Die neue Vorstandschaftnahm das bereits bestehende Angebot der Gemeinde
an im Bürgerkeller sein neues Domizil aufzuschlagen. Nach anfänglicher Skepsis, schlug diese inzwischen in
Zufriedenheit um. In der gegenwärtigen Zeit ist es leider nicht mehr zu erwarten, daß Vereine ein eigenes
Vereinsheim besitzen, es sei denn man errichtet selbst eines.
Die neue Vorstandschaft ist auf dem besten Wege die Erfolgsgeschichte des Rülzheimer Schachclubs fortzusetzen.
Die Vereinsführung leistete im Hinblick auf das im Jahre 1999 anstehende 50-jährige Jubiläum gute
Vorarbeit. Leider wurde diese Jubiläum nicht zum Erfolg wenn man es aus der Finanziellen Ecke betrachtet. Aber man
konnte dagegen erfolgreich ein gutes Blitzturnier durchführen, und auch das organisatorische der Festlickeiten waren
doch sehr zufriedenstellend.
Sportlich wurde auch in der neuen Klasse in der Saison 1998/1999 der Klassenerhalt geschafft, wenn auch etwas
glücklich und knapp. Dagegen konnte die 2. Mannschaft zum ersten mal im Titelkampf mitreden. Man scheiderte nur
knapp am Aufstieg, wobei man nicht vergessen sollte, daß im Vorjahr der Abstieg nur knapp verhindert werden konte.
Die Saison 1999/2000 verlief anfänglich sehr gut für unsere 1. Mannschaft. Erst zum Schluß der Runde
wurde es doch noch einmal sehr eng um den Abstieg. Da war es dann doch gut, daß man am Anfang der Saison schon
fleißig Punkte sammeln konnte. Die 2. Mannschaft kämpfte mit den "alten Hasen" Amberger, Ehses und
Milz auch in dieser Saison um den Aufstieg in die Beziksliga. Bis zum leztzten Spieltag war diese Chance auch sehr gut,
da wir Punktegleich mit Schwegenheim lagen. Dennoch verließ uns das Glück im letzten und alles entscheidenden
Spiel, daß wir gegen den Vorjahresabsteiger Landau verloren. Aus sportlicher Hinsicht will die 1. Mannschaft in der
Saison 2000/2001 den Klassenerhalt in der 1. Pfalzliga schaffen, was bestimmt nicht leicht werden sollte, und die
2. Mannschaft sollte den Aufstieg in die Bezirksliga anstreben.
Im September 2000 wurde auch nach jahrelanger Abstinenz die Schach AG in Rülzheim wieder ins Leben gerufen,
indem man eine Kooperation mit der Regionalschule Rülzheim einging. Ein Grund dafür war natürlich
auch die mittlerweile etwas erlahmte ( um nicht zu sagen eingeschlafene Jugendarbeit ) wieder zu beleben. Je nach
Annahme der AG Teilnehmer wird auch hoffentlich bald wieder die Jugendarbeit in Form eines Jugendtrainings stattfinden.
Schauen wir was die Zukunft bringt..........